Methode + Beispiele

... wenn Worte allein nicht genügen - Veränderungen direkt erleben ...

Theatertherapie ist eine relativ junge, kreative, lebendige und intensive Methode, um sich weiterzuentwickeln und individuelle Fragestellungen und persönliche Themen zu lösen. Gleichzeitig ermöglich das heilsame Theater den TeilnehmerInnen eine Art "Urlaub vom Alltag". In Improvisationen lassen sich Kreativität und Fantasie beflügeln und innerhalb der Gruppe entsteht eine Dynamik, die neue Impulse gibt. Heilsames Theater arbeitet mit den Ressourcen der TeilnehmerInnen und fördert Freiraum für weitere Entwicklung.

Dabei wird der ganze Körper mit einbezogen, was oft zu überraschenden Lösungen und Erkenntnissen führt. Schädliche Umgangsformen wie Süchte, gestörtes Essverhalten, Burn-Out-Symptome, psychosomatische Störungen, Depressionen, Ängste u.a. sind Ausdruck einer nicht gelungenen Konfliktbewältigung. Förderliche Strategien und neues Verhalten dürfen im geschützten Rahmen des heilsamen Theaters entwickelt und erprobt werden.


Mein heilsames Theater ist besonders geeignet für Menschen, die

 - die verschiedenen Aspekte der eigenen Persönlichkeit besser kennen lernen

   und integrieren möchten

 - die Verbundheit von Geist, Körper und Seele erleben möchten

 - ihre Gefühle bewusster erleben und authentischer ausdrücken möchten

 - Freude haben möchten am eigenen Spiel und im Zusammenspiel mit anderen.

 

Ich lade Sie ein, in andere Rollen zu schlüpfen, neue Blickwinkel einzunehmen und Ihrer inneren Wahrheit zu folgen. 

 

Wirkweisen und Beispiele aus meiner theatertherapeutischen Arbeit

 
Die Kreativität wird angeregt

Ein Mann hatte sein Musikstudium abgebrochen und verdiente sich als Gelegenheitsmusiker sein Geld. Eine Gesprächstherapie hatte er abgebrochen, weil sie ihm „nichts gebracht hatte“. Er konnte zwar Zusammenhänge zwischen dem Musikspielen und den Anforderungen der Eltern formulieren, kam aber irgendwie nicht weiter.
Während der Theatertherapie blühte er auf, spielte sich frei und bekam einen lustvollen Zugang zu seiner Kreativität. Dadurch wurden seine Ressourcen gestärkt, so dass er seine eigenen, realistischen Möglichkeiten beim Musikspielen erkannte und sich für eine Musikrichtung entscheiden konnte.

 

Theatertherapie hat Erlebnischarakter, es passiert wirklich etwas - und gleichzeitig besteht ein Schutzraum, in welchem ausprobiert werden kann und darf, ohne Sanktionen oder andere Konsequenzen des realen Lebens befürchten zu müssen

Eine magersüchtige Frau mit viel Therapieerfahrung bemerkte beim Grenzenlegen durch Seile ihre eigenen verworrenen Grenzen. Durch das Improvisationsspiel mit einer anderen TN gelang es ihr, ihre eigenen Grenzen klarer herauszuarbeiten.
Der TN war nicht klar, wo fangen meine Grenzen an und hören die der anderen auf. In der Verraumung und im spielerischen Ausprobieren mit anderen wurden die eigenen Grenzen deutlicher.

 

Verstrickungen und Identifikationen können bewusst gemacht und gelöst werden

Eine 30-jährige Teilnehmerin hatte vor Kurzem erfahren, dass sie eine ältere Schwester gehabt hatte, die mit drei Monaten gestorben war. In einer szenischen Familienaufstellung wurde ihr bewusst, wie diese Schwester ihr Leben in der Familie beeinflusst hat. Sie schlüpfte in die Rolle der kleinen Schwester, umrundete als fliegendes Engelchen die Familie und legte ihr Schwesterchen dann zu Füßen der Eltern. Dann nahm sie ihren eigenen Platz ein und bekam von den Eltern die Erlaubnis, ihr eigenes Leben zu leben.
Transpersonale Feinfühligkeit und kollektives Unbewusstes lassen auf der Gefühlsebene realistische Szenen entstehen, auch wenn diese so in der „wirklichen Welt“ nie stattgefunden haben.

 

Rollenwechsel ermöglicht Perspektivwechsel

Eine Lehrerin spielte ca. 1/2 Jahr lang einen moralisch überlegenen Antreiber in allen Varianten. Danach traute sie sich, die Gegenrolle zu spielen, fing nach der Szene an zu weinen und konnte zum ersten Mal ihre schwachen Anteile zulassen.
Durch den Rollenwechsel konnte sie die Gefühle zulassen, die sie sich bisher verboten hatte. Durch das Erleben im geschützten Rahmen kann das verbotene Gefühl in die Persönlichkeit integriert werden, so dass eine Wahlmöglichkeit zwischen den beiden Gefühlen besteht.

 

Ängste und Befürchtungen werden durch das Erleben greifbarer und einschätzbarer

Eine Frau, deren Mutter wegen Wahnvorstellungen öfters in der Psychatrie war, hatte Angst vor dem Verrücktwerden wegen möglicher Vererbung. Sie spielte eine Frau mit Wahnvorstellungen in einer Familiensituation, erkannte die Vorteile der Erkrankung in diesem Familiensystem - und erkannte, dass ihre Rolle im System eine andere ist.
Die Ängste waren durchs Reden nicht zu lösen. Erst durch das Inszenieren einer Familiensituation, in welcher die Frau ihre Mutter spielte, konnte die Angst gelöst werden: Sie spürte und erkannte, wo sie anders als ihre Mutter ist.

 

Vom sicheren äußeren Ort zum sicheren inneren Ort

Ein Jugendlicher in der Psychiatrie, hin- und hergerissen zwischen Heimaufenthalten, Mutter, Pflegefamilien, Mutter ... erlebte sich beim Theaterspielen als wichtiger Teil vom Ganzen. Diese Sichtweise war neu und bereichernd für ihn.
In der Theatertherapie wird jede Person so angenommen, wie sie ist. Dies wird im szenischen Spiel noch verstärkt: es entsteht ein besonderer Zusammenhalt, jede Person hat ihren Platz und ihre Aufgabe, spürt Wichtigkeit und Würde. Das Erleben eines sicheren inneren Ortes wird erst möglich, wenn zuvor ein sicherer äußerer Ort erlebt wurde.

 

Tierenergien zuhilfe nehmen

Ein gutmütiger Mann war im Beruf sehr zuverlässig und es wurde ihm gerne mehr Arbeit aufgebürdet als seinen Kollegen. Jedoch hatte er den Eindruck, nicht so befördert zu werden, wie er es verdiente. Beim Darstellen von Tieren kam er an seine Kraft und Aggression heran.
In der Rolle von Tieren wird aggressive und kraftvolle Energie direkt ausgedrückt. Das energetische und bildhafte Erleben in der Tierrolle wirkt nach, so dass die kraftvolle Energie im Alltag abgerufen werden kann.

 

Arbeit mit dem inneren Kind und Archetypen

Eine Teilnehmerin kam in der Arbeit mit dem inneren Kind darauf, dass ihre Mutter sich eigentlich nie Zeit für sie genommen hatte. Die TN spürte eine große innere Leere. Auf der Bühne stellte sie die Leere mit einem großen schwarzen Tuch dar, welches sie sich übergelegt hatte. Dann streifte sie es ab. Als eigene gute Mutter nahm sie dann ihre Maske und tanzte und sang für ihr inneres Kind.
Die Teilnehmerin spürte ihre Leere und Verlassenheit. Dann konnte sie auf den Archetypen der guten Mutter zurückgreifen und sich selbst nachnähren.

 

Der inneren Wahrheit folgen

In einer Gruppeneinheit malten die TN ihre Körper auf Papier. Beim Austausch in der Gruppe tauchten mehr oder weniger große Diskrepanzen zwischen dem eigen Blick und den Blicken der anderen auf (Eigen- und Fremdbild). Der Impuls, der beim Austausch besonders gefallen hatte, wurde in Szene gesetzt.
Die Szenen hatten große Kraft und Dichte, weil die TeilnehmerInnen ihre innere Wahrheit spürten und neue, positive Eigenschafen entdeckten.